Das Liegerad (Eckhart der Einsitzer)

Immer wenn ich längere Strecken mit dem "Normal"-Rad unterwegs war, meldete die Wirbelsäule Probleme an. Dagegen blieb auf der Lisbett - unserem Zweier-Liegerad - alles ruhig. Folglich musste ein Einsitzer-Liegerad her. Bei ebay wurde ich bald fündig und so stand Ende Juli 2013 dieses Vehikel vor der Tür:

Das Rad gehörte vormals einem 2-Meter-Hühnen. Daher waren noch einige Anpassungen von XXL auf S nötig:

Rahmen 12cm kürzer, Innenlager tiefer legen, kleineres Hinterrad 'rein (20", 8-Gang-Nabe).

Außerdem musste der Antrieb geändert werden, weil die Kette schleift. Und die Beleuchtung hatte eine Generalüberholung nötig.

Frontantrieb

Vorübergehend hab ich's mit Frontantrieb versucht (→ Foto rechts). Die große Umlenkrolle im oberen Strang der Kette ist ein Skateboard-Rad, dessen Lauffläche abgedreht wurde. Wegen der hier wirkenden erheblichen Zugkraft ist eine möglichst große, kugelgelagerte Umlenkrolle notwendig.

Jede anständige Schaltkette macht das Verdrehen beim Lenkereinschlag klaglos mit. Allerdings verändert sich die Lauflänge der Kette in Abhängigkeit vom Lenkereinschlag. Deshalb ist auch bei einer Nabenschaltung ein Kettenspanner nötig.

Bald hat sich gezeigt, dass der Frontantrieb nicht die optmale Lösung ist. Aufhängung und Achse der großen Rolle haben sich mehrfach verbogen. Die hier wirkende Kraft hatte ich offensichtlich unterschätzt, so dass ich nach rund 1000km wieder auf Hinterradantrieb umgestellt habe. Zwei Rollen sind zwar auch bei Hinterradantrieb nötig, wegen des minimalen Umlenkwinkels wirken nun aber deutlich kleinere Kräfte.

Bald soll auch der bequeme Unterlenker wieder dran. Das Fahren mit Unterlenker ist doch einigermaßen gewöhnungsbedürftig. Nachdem ich mehrmals jämmerlich auf der Nase lag, hab ich vorübergehend den Hochlenker dran gebaut.


 


Die Eckhart-Lichtanlage

Die Entwicklung von Fahrradlichtanlagen hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. Nabendynamos, Scheinwerfer mit Standlicht und Cree-LED (oder vergleichbaren) sowie LED-Rücklichter mit Standlicht haben die Beleuchtung revolutioniert. Traurig ist nur, dass es heute als "cool" gilt, nachts komplett ohne Licht zu fahren. Wenn so ein cooler Dunkelradler irgendwann auf der Wolke aufwacht, statt des Lenkers eine Harfe in der Hand hat und merkt, dass er totgefahren wurde, hat er wenigstens einen Trost: "Helden sterben jung!" Ob allerdings alle jung gestorbenen als Helden verehrt werden, ist fraglich.

Wie schon bei der Lisbett erzeugt ein Nabendynamo die notwendige Elektroenergie. Ein Graetz-Gleichrichter sowie ein Festspannungsregler sorgen für eine konstante Gleichspannung von 6V. In meinem LED-Scheinwerfer ist zwar ein Überspannungschutz integriert; ich weiß nicht warum, aber ich vertraue dem Ding nicht.

Außer dem üblichen Scheinwerfer und Rücklicht hat Eckard noch einen Suchscheinwerfer mit Cree-LED und einen Piezo-Piepser. Der piept fast wie ein Sperling und erschreckt die Wanderer nicht so wie die normale Fahrradklingel.